Eine Marke ist mehr als ein Name — sie ist eine Einladung zu Ihrem Geschäft. Die blosse Eintragung reicht jedoch nicht aus. In vielen Ländern muss eine Marke tatsächlich benutzt werden, um sie aufrechtzuerhalten. Hört ein Unternehmen auf, eine Marke zu benutzen, können andere versuchen, sie für sich zu beanspruchen.
Ferraris berühmte Marke Testarossa zeigt, wie selbst ikonische Marken in dieses Problem geraten können.
Der Testarossa ist eines der bekanntesten Modelle von Ferrari, eng verbunden mit dem Design der 1980er, Performance und … Miami Vice. Doch Ferrari stellte die Produktion in den Neunzigern ein. Das öffnete die Tür für den deutschen Unternehmer Kurt Hesse, Ferraris Rechte herauszufordern. Seine Firma wollte „Testarossa" für Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter nutzen. Ferrari widersprach, doch die rechtliche Frage war unangenehm: Hatte Ferrari die Marke noch ausreichend für die einschlägigen Waren und Dienstleistungen benutzt?
Der Fall zeigt eine einfache, aber wichtige Regel:
Eine Marke ist keine Trophäe, die man in der Schublade aufbewahrt. Sie muss aktiv genutzt werden.
Nach einer gewissen Zeit oder in einem Rechtsstreit muss ein Benutzungsnachweis erbracht werden. Dieser kann beschriftete Produkte, Verpackungen, Verkaufsseiten im Web, Werbeanzeigen oder andere Belege umfassen, die zeigen, dass die Marke im Markt weiterhin lebendig ist.
Ferrari geriet zunächst in Schwierigkeiten, weil der Testarossa so lange aus der Produktion war. In der Berufungsinstanz konnte Ferrari seine Rechte gerade noch halten — buchstäblich um Haaresbreite: Sie verwiesen auf ein werkszertifiziertes Restaurationsprogramm, in dem sie klassische Testarossa-Modelle aufarbeiteten. Gerade genug, um zu zeigen, dass sie die Marke weiterhin nutzten. Ehrlich gesagt: Sie hatten einfach Glück.
Der Name Testarossa hat einen enormen Markenwert. Er ruft sofort Ferrari, Geschwindigkeit, Design, Exklusivität und — für einige von uns — Nostalgie hervor.
Wenn unabhängige Produkte wie Fahrräder oder E-Bikes denselben Namen tragen dürften, könnte diese Assoziation verwässern. Selbst wenn Konsumenten die Produkte nicht direkt verwechseln, kann die Marke mit der Zeit an Strahlkraft verlieren.
Ferraris Fall ist unterhaltsam, weil es um eine so ikonische Marke geht. Für Markeninhaber ist die Lehre jedoch ernst.
Tragen Sie Ihre Marken ein. Nutzen Sie sie konsistent. Sammeln und sichern Sie dabei ordentliche Benutzungsnachweise.
Denn wenn Sie nicht nachweisen können, dass Sie Ihre Marke benutzen, könnte irgendwann jemand anderes versuchen, Ihren legendären Markennamen auf ein Fahrrad — oder schlimmer — zu schreiben.
Mit regelmässigen Erinnerungen und sicherer Dokumentenablage hilft Patent Cockpit IP-Managern dabei, Benutzungsnachweise zu verwahren und im richtigen Moment wieder aufzufinden.
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